1. Wie Sie am besten einen Smalltalk beginnen

Der erste Satz ist der schwerste. Aber bevor es dazu kommt, hat sich jeder schon das erste Bild von seinem Gegenüber gemacht. Welches Bild möchten Sie von Ihnen zeigen? Sie möchten es Ihren Gesprächspartner ebenso leicht machen in das Gespräch einzusteigen, wie Sie es sich für sich selbst erhoffen. Also brechen Sie das Eis, indem Sie freundlich lächeln und damit Offenheit suggerieren. Scheuen Sie keinen Augenkontakt und blicken Sie auffordernd, aber nicht fordernd, in die Augen des anderen und zeigen Sie, dass Sie sich gerne unterhalten möchten.

Jetzt wird es Ihnen schon leichter fallen, den Einstieg zu finden. Sie haben einen ersten guten Eindruck gemacht und müssen nun nur noch loslegen mit der lockeren Konversation. Einfacher gesagt als getan? Grübeln Sie nicht zu viel. Sie dürfen ohne weiteres über Belangloses sprechen und so gut wie jedes Thema eignet sich für ein Smalltalk. Passen Sie es der Situation an. Und über was könnten Sie nicht besser reden als über sich? Also: Stellen Sie sich nett vor und sagen Sie etwas, was dem Anlass angemessen erscheint. Wenn Sie auf einer Party sind, erzählen Sie, wer Sie eingeladen hat und stellen Sie die Gegenfrage. Wenn Sie auf einer Messe sind, dann dürfen berufliche Fragen und Vorstellungen eine Rolle spielen.

2. Wählen Sie die richtigen Smalltalk Themen aus

Der Anfang ist gemacht. Sie haben sich vorgestellt und der Situation angepasste Informationen über sich preisgegeben. Nun ist der andere am Zug, denken Sie? Nehmen Sie es Ihrem Gegenüber ab, indem Sie echtes Interesse zeigen und Fragen stellen. Fragen Sie nach dem Namen und geben Sie Raum, damit eine Vorstellung genügend Raum bekommt. Sie dürfen den Namen gerne wiederholen, so merken Sie sich den Namen auch leichter.

Nach der Vorstellung sollte das Gespräch in Schwung bleiben. Hier ist es nun die Kunst zu entscheiden, wie viel Redezeit man sich selbst oder man dem anderen überlässt. Viele glauben, dass das Gespräch gut war, wenn man selbst möglich viel gesprochen hat. Aber das stimmt nur bedingt. Wenn Sie einem schüchternen Menschen gegenüberstehen, mag es sinnvoll sein selbst das Ruder zu übernehmen, um unangenehmes Schweigen zu umgehen. Doch viel wichtiger ist es, sich auf den anderen einzustellen. Smalltalk ist nicht zu vergleichen mit Kräftemessen oder sich auf einen Thron erheben. Ein guter Smalltalk lebt davon, freundlich und interessiert über Belangloses zu plaudern. Ob sich das Gespräch in eine tiefere Ebene entwickelt, ist erstmal noch egal.

Es gilt auch hier, nicht zu viel grübeln: Sprechen Sie über Themen, die der Situation angepasst sind und keine kontroverse Diskussion auslöst.

Gute Gesprächsthemen sind zum Beispiel:

  • Das momentane Wetter
  • Der Ort, an dem man sich befindet
  • Speisen und Getränke, die es in der Situation gibt (im Restaurant, auf Partys etc.)
  • Über aktuelle Neuigkeiten in der Branche (auf z.B. Messen oder Vorträgen)

Diese Themen sollten Sie meiden:

  • Religion und Politik
  • Über andere Personen (Sie kennen die Verbindungen noch nicht)
  • Finanzen
  • Über negative Themen sprechen

3. Einen Smalltalk positiv beeinflussen

Der letzte Punkt in der „Don`t“-Liste wird nun noch vertieft. Eine nette Plauderei soll ein positives Gefühl vermitteln. Meiden Sie deshalb persönliche Befindlichkeiten. Wenn es Ihnen zu kalt oder zu warm ist, wenn es Ihnen nicht schmeckt oder Sie gerade persönliche Probleme haben. Das alles hat in einem Smalltalk nichts zu suchen. Auch wenn Sie damit vielleicht etwas unehrlich sind oder schauspielern müssen, bei einer ersten Kontaktaufnahme sind diese persönlichen Belange fehl am Platz. Und auch wenn Sie bei der alljährlichen Weihnachtsfeier immer mit denselben Kollegen einen Smalltalk führen – es geht um einen positiven kleinen Austausch und nicht um tiefgehende Problemanalysen.  Das gilt auch, wenn Sie merken oder vielleicht sogar über Dritte wissen, dass Ihr Gegenüber eine harte Zeit durchmacht. Smalltalk ist ein Gespräch mit einzuhaltender Distanz. Bohren Sie nicht nach, gehen Sie dem Thema bewusst aus dem Weg und halten Sie auch körperlich auf respektvolle Art Abstand. Wenn Sie merken, dass Ihr Gegenüber zu schweren Themen abschweift, versuchen Sie lächelnd und positiv das Gespräch wieder auf die simple Unterhaltungsebene zu führen. Übergehen Sie das Gesagte nicht, zeigen Sie Interesse und antworten Sie auf dieses Thema. Nutzen Sie aber eine kleine Pause für einen angebrachten Themenwechsel. Am besten stellen Sie eine offene Frage zu einem ähnlichen aber positiven Thema. Ein Beispiel: Ein Kollege regt sich über den Chef auf und versucht die Stimmung kippen zu lassen. Hören Sie ihm zu, er hat sich offensichtlich über etwas geärgert. Nicken Sie voller Teilnahme und sagen dann: „Oh das ist wirklich ärgerlich. Apropos ärgern, ich habe vor ein paar Monaten angefangen Yoga zu machen. Das hilft mir beim Abschalten, wenn ich mich ärgern muss. Machen Sie auch Sport und welcher gefällt Ihnen am besten?“ Idealerweise dreht sich Ihr nächstes Gespräch nun über verschiedene Sportarten und eventuelle Gemeinsamkeiten.

4. Beim Smalltalk die richtigen Fragen stellen

Interesse zeigen – diesen Punkt haben wir schon angeführt. Um eventuelle Gemeinsamkeiten zu finden, sollten Sie offene Fragen stellen. Bei den so genannten offenen Fragen kann Ihr Gegenüber nicht mit einem knappen Ja oder Nein antworten. Fragen Sie also nicht: „Machen Sie auch Sport?“, sondern formulieren Sie für einen guten Smalltalk: „Für welchen Sport interessieren Sie sich?“. So können Sie sehr schnell Gemeinsamkeiten herausfinden und eine neue Ebene schaffen. Wichtig ist, dass Sie dabei ehrlich und authentisch bleiben. Auch wenn Sie keinen guten Tag haben oder Ihnen nicht nach Smalltalk ist. Sie müssen nicht überschwänglich sein, einfach freundlich. Seien Sie so, wie Sie möchten, wie man mit Ihnen umgeht. Sich diesen Satz vor Augen halten, hilft in diesen Situationen.

5. Smalltalk richtig beenden

Auch der interessanteste Smalltalk hat ein Ende. Vielleicht müssen Sie noch einige weitere dieser Art führen und können nicht jedem viel Zeit widmen. Vielleicht wird die Konversation mit der Weile zäh und Sie möchten sich und die andere Person nicht weiter „quälen“. Doch machen Sie sanft Schluss! Seien Sie respektvoll und lassen Sie den Gesprächspartner nicht alleine stehen. Entweder Sie stellen ihm eine dritte Person vor oder führen ihn ans Buffet. Auf jeden Fall sollten Sie sich für das Gespräch bedanken, ein erneutes Treffen in Aussicht stellen und lächeln.

6. Ausnahmen bestätigen die Regel

Je mehr Achtsamkeit Sie ausüben, desto schneller werden Sie wissen, wie die andere Person tickt. Hören Sie aufmerksam zu und lassen sich auf die Person ein. Vielleicht merken Sie sehr schnell, dass hier belangloser Smalltalk nicht angebracht ist. Vielleicht sind Sie sofort auf einer Wellenlänge und können über Belangloses nur lachen. Eventuell bekommt das Gespräch auch schneller als gedacht eine gewisse Tiefe. Dann seien Sie offen für die neue Art des Smalltalks. Doch Achtung: Manchmal trügt der Schein. Also seien Sie trotzdem höflich distanziert und lassen Sie sich Zeit für die richtige Einschätzung. Sie können die angebotenen Tipps jederzeit üben. Überwinden Sie sich und sprechen Sie bei der nächsten Aufzugfahrt Ihren unbekannten Begleiter an und üben Sie sich in Smalltalk.

Sie werden mit der Zeit sehen: Je weniger Sie nachdenken müssen, desto besser klappt der Smalltalk!